Infocenter

Informationsbrief Steuern und Recht

Informationsbrief Druck/Download  |  Archiv

Ausgabe August 2022
Für Unternehmer
Das Steuer­ent­las­tungs­ge­setz 2022 des Bun­des sieht ei­ne Ein­mal­zah­lung in Höhe von 300 EUR für ein­kom­men­steu­erpf­lich­ti­ge Er­werbstäti­ge in Deut­sch­land vor: die so­ge­nann­te "En­er­gie­p­reis­pau­scha­le" (EPP).
Der An­spruch auf die EPP en­steht am 1. Sep­tem­ber 2022. An­spruch auf die EPP ha­ben al­le Per­so­nen, die während des Jah­res 2022 (teil­wei­se) un­be­schränkt ein­kom­men­steu­erpf­lich­tig wa­ren (al­so z. B. auch Grenz­pend­ler) und im Jahr 2022 Einkünf­te aus 13 EStG (Land- und Forst­wirt­schaft), § 15 EStG (Ge­wer­be­be­trieb), § 18 EStG (selbstständi­ge Ar­beit, auch steu­er­f­reie Einkünf­te als z. B. Übungs­lei­ter) oder § 19 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 EStG (Einkünf­te als Ar­beit­neh­mer aus ei­ner ak­ti­ven Beschäfti­gung) be­zie­hen. Die Tätig­keit muss we­der zu ei­nem be­stimm­ten Zeit­punkt noch für ei­ne Min­dest­dau­er aus­geübt wer­den.
An­spruch auf die EPP ha­ben Ar­beit­neh­mer, u. a. auch kurz­fris­tig und ge­ringfügig Beschäftig­te, Ar­beit­neh­mer in der pas­si­ven Pha­se der Al­ters­teil­zeit, Per­so­nen, die aus­sch­ließlich steu­er­f­rei­en Ar­beits­lohn be­zie­hen, Ar­beit­neh­mer mit ei­nem ak­ti­ven Di­enst­verhält­nis, die dem Pro­gres­si­ons­vor­be­halt un­ter­lie­gen­de Lohn­er­satz­leis­tun­gen be­zie­hen (z. B. Beschäftig­te in El­tern­zeit mit El­tern­geld­be­zug). Auch bei Di­enst­verhält­nis­sen un­ter An­gehöri­gen muss die Tätig­keit we­der zu ei­nem be­stimm­ten Zeit­punkt noch für ei­ne Min­dest­dau­er aus­geübt wer­den (an­ge­mel­de­ter Mi­ni­job für z. B. zwei bis drei Mo­na­te würde aus­rei­chen).
Es ist aber da­von aus­zu­ge­hen, dass Verträge zwi­schen na­hen An­gehöri­gen vom Fi­nanz­amt über­prüft wer­den.
Rent­ner und Ver­sor­gungs­empfänger können nur dann ei­ne EPP er­hal­ten, wenn sie ne­ben ih­ren Al­ters­einkünf­ten noch Einkünf­te aus Land- und Forst­wirt­schaft, Ge­wer­be­be­trieb, selbstständi­ger Ar­beit oder Einkünf­te als Ar­beit­neh­mer aus ei­ner ak­ti­ven Beschäfti­gung er­zie­len.
Aus­zah­lung der EPP
Die En­er­gie­p­reis­pau­scha­le (EPP) wird ent­we­der über den Ar­beit­ge­ber aus­ge­zahlt, im Rah­men der Min­de­rung der Vor­aus­zah­lun­gen zum 10. Sep­tem­ber 2022 berück­sich­tigt oder im Ver­an­la­gungs­ver­fah­ren fest­ge­setzt. Ob die EPP über den Ar­beit­ge­ber aus­ge­zahlt wur­de, ist an­hand der über­mit­tel­ten Lohn­steu­er­be­schei­ni­gung über­prüfbar. Ei­ne vom Ar­beit­ge­ber aus­ge­zahl­te EPP ist in der elek­tro­ni­schen Lohn­steu­er­be­schei­ni­gung oder in der Be­son­de­ren Lohn­steu­er­be­schei­ni­gung nämlich mit dem Großbuch­sta­ben E an­zu­ge­ben. So kann ei­ne Dop­pel­berück­sich­ti­gung ver­mie­den wer­den. Bei Mi­ni­job­bern muss in der Ein­kom­men­steue­r­erklärung (so­fern ei­ne ab­ge­ge­ben wird) an­ge­ge­ben wer­den, ob ei­ne Aus­zah­lung über den Ar­beit­ge­ber be­reits er­folgt ist.
Bei Ar­beit­neh­mern er­folgt die Aus­zah­lung grundsätz­lich im Sep­tem­ber durch den (inländi­schen) Ar­beit­ge­ber, bei dem der Ar­beit­neh­mer zu die­sem Zeit­punkt im Rah­men sei­nes ers­ten Di­enst­verhält­nis­ses beschäftigt ist. Kann die Aus­zah­lung aus or­ga­ni­sa­to­ri­schen oder ab­rech­nungs­tech­ni­schen Gründen nicht im Sep­tem­ber 2022 er­fol­gen, kann die Aus­zah­lung auch mit der Lohn-/Ge­halts-/Bezüge­ab­rech­nung für ei­nen späte­ren Ab­rech­nungs­zei­traum des Jah­res 2022, spätes­tens bis zur Über­mitt­lung der Lohn­steu­er­be­schei­ni­gung für den Ar­beit­neh­mer, er­fol­gen.
Ver­an­la­gungs­ver­fah­ren
Ei­ne Fest­set­zung über das Ver­an­la­gungs­ver­fah­ren er­folgt z. B. nur dann, wenn am 1. Sep­tem­ber 2022 kein ak­ti­ves Di­enst­verhält­nis vor­liegt, der Ar­beit­ge­ber kei­ne Lohn­steu­er-An­mel­dung ab­gibt, der Ar­beit­neh­mer kurz­fris­tig beschäftigt ist oder der Ar­beit­ge­ber auf­grund jähr­li­cher Ab­ga­be der Lohn­steu­er­an­mel­dung auf ei­ne Aus­zah­lung an den Ar­beit­neh­mer ver­zich­tet hat. Der Ar­beit­ge­ber ist bei­spiels­wei­se dann von der Ab­ga­be der Lohn­steu­er-An­mel­dung be­f­reit, wenn er aus­sch­ließlich "Mi­ni­job­ber" beschäftigt, für die er die Pau­schal­steu­er i. H. von 2 % an die Deut­sche Ren­ten­ver­si­che­rung Knapp­schaft-Bahn-See en­trich­tet.
Er­stat­tung beim Ar­beit­ge­ber
Die Ar­beit­ge­ber be­kom­men die EPP er­stat­tet und können sie vom Ge­samt­be­trag der ein­zu­be­hal­ten­den Lohn­steu­er ent­neh­men, die
- bei mo­nat­li­chem An­mel­dungs­zei­traum bis 12. Sep­tem­ber 2022,
- bei vier­teljähr­li­chem bis 10. Ok­tober 2022,
- bei jähr­li­chem bis 10. Ja­nuar 2023
an­zu­mel­den und ab­zuführen ist.
Über­s­teigt die ins­ge­s­amt zu gewähren­de En­er­gie­p­reis­pau­scha­le den Be­trag, der ins­ge­s­amt an Lohn­steu­er ab­zuführen ist, wird der über­s­tei­gen­de Be­trag dem Ar­beit­ge­ber er­stat­tet. Hat ein Ar­beit­neh­mer auch noch Ge­winn­einkünf­te, geht die Aus­zah­lung über den Ar­beit­ge­ber vor. An­spruchs­be­rech­tig­te Empfänger von Ver­sor­gungs­bezügen mit Ge­winn­einkünf­ten er­hal­ten die En­er­gie­p­reis­pau­scha­le (EPP) nach Ab­ga­be ei­ner Ein­kom­men­steue­r­erklärung für das Jahr 2022 im Rah­men der Ein­kom­men­steu­er­ver­an­la­gung.
Lie­gen nur Ge­winn­einkünf­te vor, wer­den die Ein­kom­men­steu­er-Vor­aus­zah­lun­gen (aus­sch­ließlich für das 3. Quar­tal 2022) ge­min­dert. Be­tra­gen die für den 10. Sep­tem­ber 2022 fest­ge­setz­ten Vor­aus­zah­lun­gen aber we­ni­ger als 300 EUR, so min­dert die EPP die Ein­kom­men­steu­er-Vor­aus­zah­lung auf 0 EUR. Der über­s­tei­gen­de Be­trag wird dann im Rah­men der Ein­kom­men­steue­r­erklärung aus­ge­zahlt/an­ge­rech­net.
Falls Ar­beit­neh­mer mit Ge­winn­einkünf­ten die EPP so­wohl vom Ar­beit­ge­ber als auch durch ei­ne au­to­ma­ti­sche Her­ab­set­zung von Vor­aus­zah­lun­gen er­hal­ten ha­ben, wird die dop­pel­te Aus­zah­lung der EPP im Rah­men der Ein­kom­men­steu­er­ver­an­la­gung 2022 kor­ri­giert. Ob die Min­de­rung der Ein­kom­men­steu­er-Vor­aus­zah­lung durch All­ge­mein­verfügung nach § 118 Satz 2 AO oder durch geänder­ten Vor­aus­zah­lungs­be­scheid er­folgt, müssen die Bun­desländer in ei­ge­ner Zuständig­keit ent­schei­den.
Wur­de die En­er­gie­p­reis­pau­scha­le nicht über den Ar­beit­ge­ber aus­ge­zahlt, erhöht das Fi­nanz­amt im Ver­an­la­gungs­ver­fah­ren den vom Ar­beit­ge­ber mit der Lohn­steu­erbe­schei­ni­gung über­mit­tel­ten Brut­toar­beits­lohn um 300 EUR. Ei­ne Steue­r­erklärungspf­licht be­steht aber nicht, da auch kei­ne An­rech­nung er­folgt.
Mi­ni­job­ber
Bei Ar­beit­neh­mern, die aus­sch­ließlich pau­schal be­steu­er­ten Ar­beits­lohn aus ei­ner kurz­fris­ti­gen oder ge­ringfügi­gen Beschäfti­gung oder ei­ner Aus­hilfstätig­keit in der Land- und Forst­wirt­schaft er­zie­len und im ge­sam­ten Jahr 2022 kei­ne wei­te­ren an­spruchs­be­rech­ti­gen­den Einkünf­te ha­ben, gehört die EPP da­ge­gen nicht zu den steu­erpf­lich­ti­gen Ein­nah­men. Hat der Mi­ni­job­ber die Aus­zah­lung nicht über den Ar­beit­ge­ber er­hal­ten, muss er ei­ne Steue­r­erklärung ab­ge­ben, um die EPP zu be­kom­men.
Sons­ti­ge Einkünf­te
Bei An­spruchs­be­rech­tig­ten, die in 2022 kei­ne Einkünf­te aus nicht­selbstständi­ger Ar­beit be­zo­gen ha­ben, ist die EPP stets als "sons­ti­ge Einkünf­te" zu be­han­deln (§ 22 Nr. 3 EStG). Al­ler­dings fin­det die Frei­g­ren­ze des § 22 Nr. 3 Satz 2 EStG in Höhe von 256 EUR kei­ne An­wen­dung. Wird die EPP über ei­ne Min­de­rung der Ein­kom­men­steu­er-Vor­aus­zah­lun­gen aus­ge­zahlt, ist die Ab­ga­be ei­ner Ein­kom­men­steue­r­erklärung zwin­gend, und es wird ei­ne Ein­kom­men­steu­er­ver­an­la­gung durch­geführt, um die nachträgli­che Ver­steue­rung der EPP durch­zuführen.
Wird die En­er­gie­p­reis­pau­scha­le (EPP) über die Ein­kom­men­steue­r­erklärung ab­ge­wi­ckelt (al­so in Fällen oh­ne Ar­beit­ge­be­r­aus­zah­lung), min­dert die im Rah­men der Ein­kom­men­steu­er­ver­an­la­gung für das Jahr 2022 fest­ge­setz­te EPP die fest­ge­setz­te Ein­kom­men­steu­er im We­ge der An­rech­nung (wie z. B. die an­zu­rech­nen­de Lohn­steu­er). Ist die fest­ge­setz­te EPP höher als die fest­ge­setz­te Ein­kom­men­steu­er, kommt es zu ei­ner Er­stat­tung des über­s­tei­gen­den Be­trags an den An­spruchs­be­rech­tig­ten.
Nach­weis der fast aus­sch­ließ­li­chen be­trieb­li­chen Nut­zung ei­nes PKW bei der In­an­spruch­nah­me ei­nes In­ves­ti­ti­ons­ab­zugs­be­trags und ei­ner Son­der­ab­sch­reibung nach § 7g EStG Ein Steu­erpf­lich­ti­ger kann die An­tei­le der be­trieb­li­chen und der au­ßer­be­trieb­li­chen Nut­zung ei­nes PKW, für den er ei­nen In­ves­ti­ti­ons­ab­zugs­be­trag und ei­ne Son­der­ab­sch­rei­bung nach § 7g EStG in An­spruch ge­nom­men hat, nicht nur durch ein ord­nungs­ge­mä­ß­es Fahr­ten­buch, son­dern auch durch an­de­re Be­weis­mit­tel nach­wei­sen.
Das Fi­nanz­ge­richt (FG) Müns­ter hat­te rück­wir­kend die An­er­ken­nung ei­nes In­ves­ti­ti­ons­ab­zugs­be­trags (IAB) ab­ge­lehnt, weil der Steu­erpf­lich­ti­ge die 1 %-Re­gel an­wen­de­te und kein Fahr­ten­buch führ­te. An­de­re Nach­wei­se, die der Steu­erpf­lich­ti­ge bei­ge­bracht hat­te, dass die 90 %-Gren­ze der be­trieb­li­chen Nut­zung ein­ge­hal­ten wur­de, ließ das FG nicht zu.
Be­reits 2020 hat­te der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) ent­schie­den, dass ein Steu­erpf­lich­ti­ger die An­tei­le der be­trieb­li­chen und der au­ßer­be­trieb­li­chen Nut­zung ei­nes Pkw, für den er den IAB und die Son­der­ab­sch­rei­bung in An­spruch ge­nom­men hat, nicht nur durch ein ord­nungs­ge­mä­ß­es Fahr­ten­buch, son­dern auch durch an­de­re Be­weis­mit­tel nach­wei­sen kann. Da­her kann auch bei der Ab­g­ren­zung von Pri­vat­ver­mö­gen und ge­will­kür­tem Be­triebs­ver­mö­gen die er­for­der­li­che min­des­tens 10 %ige be­trieb­li­che Nut­zung nicht al­lein durch ein Fahr­ten­buch, son­dern auch durch an­de­re Auf­zeich­nun­gen (z. B. Auf­lis­tun­gen über die be­trieb­li­chen Ter­mi­ne) be­legt wer­den.
Für Bauherren und Vermieter
In ei­nem ak­tu­el­len Sch­rei­ben des Bun­des­fi­nanz­mi­nis­te­ri­ums (BMF) wird dar­auf hin­ge­wie­sen, dass nach den §§ 48 bis 48d EStG un­ter­neh­me­risch tä­ti­ge Auf­trag­ge­ber von Bau­leis­tun­gen (Leis­tungs­emp­fän­ger) im In­land ei­nen Steu­er­ab­zug von 15 % der Ge­gen­leis­tung für Rech­nung des die Bau­leis­tung er­brin­gen­den Un­ter­neh­mens (Leis­ten­der) vor­neh­men müs­sen, wenn kei­ne gül­ti­ge, vom zu­stän­di­gen Fi­nanz­amt des Leis­ten­den aus­ge­s­tell­te Frei­stel­lungs­be­schei­ni­gung vor­liegt oder be­stimm­te Frei­g­ren­zen nicht über­schrit­ten wer­den.
Au­ßer­dem be­steht für Un­ter­neh­men des Bau­ge­wer­bes, die ih­ren Sitz oder ih­re Ge­schäfts­lei­tung im Aus­land ha­ben, je­weils ei­ne zen­tra­le ört­li­che Zu­stän­dig­keit von Fi­nanz­äm­tern im Bun­des­ge­biet. Die­se um­fasst auch das Lohn­steu­er­ab­zugs­ver­fah­ren so­wie die Ein­kom­mens­be­steue­rung der von die­sen Un­ter­neh­men im In­land be­schäf­tig­ten Ar­beit­neh­mer mit Wohn­sitz im Aus­land.
Das Sch­rei­ben er­setzt die BMF-Sch­rei­ben vom 27. De­zem­ber 2002, BStBl I Sei­te 1399; vom 4. Sep­tem­ber 2003, BStBl I Sei­te 431 und vom 20. Sep­tem­ber 2004, BStBl I Sei­te 862. Es wird im Bun­des­steu­er­blatt Teil I ver­öf­f­ent­licht.
Hier der Short­link zum Sch­rei­ben: https://www.ti­nyurl.com/2mcp83j2
Landwirtschaft
Um die Auswirkungen des Ukraine-Krieges für Landwirtschaftsbetriebe abzumildern, werden Hilfsgelder als Anpassungsbeihilfe und Kleinbeihilfeprogramm ausgezahlt.
Alle Betriebe, welche die Anpassungshilfe erhalten können, müssen im Jahr 2021 eine Greening-Prämie für bestimmte nachhaltige Landbewirtschaftungsmethoden erhalten haben. Anspruchsberechtigt sind Betriebe des Freilandgemüsebaus und des Obstbaus, des Weinbaus und Hopfens sowie Hühner-, Puten-, Enten- und Gänsemastbetriebe und Betriebe mit Sauenhaltung, Ferkelaufzucht und Schweinemast. Die individuelle Beihilfe richte sich nach den Flächen- und Tierzahlen, die bei der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) hinterlegt sind.
Die SVLFG wird die Anpassungsbeihilfe an die Landwirtinnen und Landwirte ausbezahlen. Damit möglichst viele Betriebe profitieren können, ist die Anpassungsbeihilfe auf 15.000 EUR pro Unternehmen begrenzt. Die Auszahlung soll bis spätestens 30. September 2022 erfolgen.
Das Kleinbeihilfeprogramm richtet sich laut Bundeslandwirtschaftsministerium an landwirtschaftliche Betriebe, die das Nachhaltigkeitskriterium der Anpassungsbeihilfe nicht erfüllen können. Es handele sich um Obst- und Gemüsebaubetriebe mit geschützter Produktion, Nutztierhalter, die keine Flächen haben, sogenannte Kleinerzeuger und Betriebe bis ausschließlich 10 Hektar Ackerfläche sowie neu gegründete Betriebe, die für das Jahr 2021 keinen Antrag auf Direktzahlungen stellen konnten. Voraussetzung für die Auszahlung von Beihilfen sei, wie auch bei der Anpassungshilfe, dass die Betriebe zu einem Sektor gehören, der von den Marktstörungen infolge des Ukraine-Kriegs besonders betroffen ist.
Die Kleinbeihilfe für Landwirte soll von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) ausgezahlt werden. Für die Kleinbeihilfe muss ein eigener Antrag bei der BLE gestellt werden. Der Antragszeitraum soll im Oktober beginnen und die Mittel sollen bis spätestens 31. Dezember 2022 ausgezahlt werden. Auch die Kleinbeihilfe soll auf 15.000 EUR pro Unternehmen begrenzt sein.
Quelle: agrarheute
Einkommensteuer und persönliche Vorsorge
Ei­ni­ge Be­ru­fe set­zen ein be­son­de­res äu­ße­res Er­schei­nungs­bild vor­aus. Är­ger­lich, wenn es sich um Klei­dung han­delt, die Be­ruf­s­tä­ti­ge in ih­rem pri­va­ten All­tag nicht tra­gen kön­nen oder wol­len. Den­noch, wer für sei­nen Be­ruf be­son­de­re Klei­dung be­nö­t­igt, die auch pri­vat ge­tra­gen wer­den kann, kann die­se nicht steu­er­lich als Be­triebs­aus­ga­ben an­set­zen.
Ein Ehe­paar ar­bei­te­te als Trau­er­red­ner und Trau­er­be­g­lei­ter. Wäh­rend der Ehe­mann selbst­stän­dig ar­bei­te­te, wech­sel­te sei­ne Frau in ein An­ge­s­tell­ten­ver­hält­nis bei ih­rem Mann. Bei­de setz­ten in ih­rer Ge­win­ner­mitt­lung Auf­wen­dun­gen für ih­re Klei­dung als Be­triebs­aus­ga­ben an. Das Fi­nanz­amt ent­schied im Rah­men ei­ner Au­ßen­prü­fung, dass die­se Aus­ga­ben nicht als Be­triebs­kos­ten ein­setz­bar sind und er­lies ent­sp­re­chen­de Än­de­rungs­beschei­de.
So­wohl das Fi­nanz­ge­richt als auch der Bun­des­fi­nanz­hof sch­los­sen sich die­ser Auf­fas­sung an. Die Auf­wen­dun­gen sind nur dann als Be­triebs­kos­ten ab­setz­bar, wenn sie durch die Art der Ein­künf­te­er­zie­lung aus­ge­löst wer­den. Nur ty­pi­sche Be­rufs­k­lei­dung ist als Wer­bungs­kos­ten ab­zieh­bar.
Zur ty­pi­schen Be­rufs­k­lei­dung ge­hö­ren nur sol­che Klei­dungs­stü­cke, die sich aus­sch­ließ­lich für die be­ruf­li­che Nut­zung eig­nen wie zum Bei­spiel Uni­for­men, Schutz­k­lei­dung oder auch Gar­de­ro­be mit auf­ge­näh­tem Fir­men­em­b­lem. Über­lässt ein Ar­beit­ge­ber sei­ner Mit­ar­bei­te­rin oder sei­nem Mit­ar­bei­ter Klei­dungs­stü­cke, die er wäh­rend der Be­rufs­aus­übung trägt, ist je­doch der Be­triebs­aus­gaben­ab­zug mög­lich. Vor­aus­set­zung da­für ist al­ler­dings ei­ne ein­deu­ti­ge Ve­r­ein­ba­rung im Ar­beits­ver­trag. Da­mit wirkt sich das neue Ur­teil auch auf äl­te­re Recht­sp­re­chun­gen aus. Bür­ger­li­che Gar­de­ro­be war durch­aus in be­stimm­ten Fäl­len als ty­pi­sche Be­rufs­k­lei­dung ein­ge­stuft wor­den.
Zum 1. Au­gust 2022 stei­gen die Be­darfs­sät­ze um 5,75 % und die Frei­be­trä­ge um 20,75 %.
Der Wohn­zu­schlag für aus­wärts Woh­nen­de liegt künf­tig bei 360 EUR, der Ver­mö­gens­f­rei­be­trag von Ge­för­der­ten bis zum 30. Le­bens­jahr bei 15.000 EUR so­wie für Aus­zu­bil­den­de, die das 30. Le­bens­jahr vol­l­en­det ha­ben, bei 45.000 EUR.
Die Al­ters­g­ren­ze zu Be­ginn des zu för­dern­den Aus­bil­dungs­ab­schnit­tes wird ve­r­ein­heit­licht und auf 45 Jah­re an­ge­ho­ben.
Die Er­lass­mög­lich­keit der Dar­le­hens­rest­schul­den nach 20 Jah­ren für Alt­fäl­le gilt künf­tig auch für je­ne Rück­zah­lungs­verpf­lich­te­ten, die es ver­säumt hat­ten, inn­er­halb der ge­setz­ten Frist der vor­an­ge­gan­ge­nen 26. BAföG-No­vel­le den Er­lass der Dar­le­hens­rest­schul­den zu be­an­tra­gen.
Für Sparer und Kapitalanleger
Wenn Sie als Paar Ak­ti­en oder ETFs kau­fen wol­len, kön­nen Sie bei Ih­rer Bank oder ei­nem an­de­ren Fi­nanz­di­enst­leis­ter ein Wert­pa­pier­de­pot er­öff­nen, auf das zwei In­ha­ber Zu­griff ha­ben.
Beim „Un­d“-De­pot kön­nen bei­de De­po­t­in­ha­ber nur zu­sam­men agie­ren. Bei­de In­ha­ber sind zu je­der Zeit über sämt­li­che De­po­tak­ti­vi­tä­ten in­for­miert.
Beim weit ver­b­rei­te­ten „Oder-De­po­t“ kön­nen bei­de Sei­ten je­der­zeit un­ab­hän­gig von­ein­an­der auf das De­pot zu­g­rei­fen und Ak­ti­en oder ETFs kau­fen oder ver­kau­fen. Sie ver­wal­ten bei ei­nem Ge­mein­schafts­de­pot Ihr Ver­mö­gen zu­sam­men. Je­der von Ih­nen kann al­so bei­spiels­wei­se im Krank­heits­fall für den Part­ner oder die Part­ne­rin ein­sprin­gen, um Ent­schei­dun­gen zu tref­fen.
Ein Vor­teil ist, dass Sie ge­mein­sam De­pot­ge­büh­ren spa­ren oder Or­der­kos­ten für den An- oder Ver­kauf. Das Fi­nanz­amt be­han­delt Ge­mein­schafts­de­pots üb­ri­gens so, dass das dort in­ves­tier­te Ver­mö­gen bei­den In­ha­bern ge­mein­sam ge­hört.
Brin­gen Sie und Ihr Part­ner oder Part­ne­rin sehr un­ter­schied­li­che In­ves­ti­ti­ons­sum­men in das De­pot ein, emp­fiehlt es sich, ein De­pot­ver­trag zwi­schen Ih­nen zu ve­r­ein­ba­ren, auch im Hin­blick auf die Schen­kungs­steu­er. Der Frei­be­trag für Ehe­leu­te und ein­ge­tra­ge­ne Part­ner bzw. Part­ne­rin­nen liegt bei 500.000 EUR inn­er­halb von zehn Jah­ren. Legt ein Part­ner mehr Ver­mö­gen als der oder die an­de­re auf ei­nem Ge­mein­schafts­de­pot an, kann die Hälf­te des Mehr­be­trags als Schen­kung an den an­de­ren gel­ten.
Wich­tig ist zu­dem, dass Sie an die Er­tei­lung ei­nes Frei­stel­lungs­auf­trags den­ken. Denn so kön­nen für zu­sam­men­ver­an­lag­te Paa­re Ka­pi­ta­l­er­trä­ge bis zur Höhe des Spa­rer-Pau­schal­be­tra­ges von 1.602 EUR jähr­lich gut­ge­schrie­ben wer­den. Ein­zel-Frei­stel­lungs­auf­trä­ge bis zu je­weils 801 EUR gel­ten nicht für Ge­mein­schafts­de­pots.
Qu­el­le: Ban­ken­ver­band
Lesezeichen
Das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Wirt­schaft und Kli­ma­schutz (BMWK) und das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Woh­nen, Stadt­ent­wick­lung und Bau­we­sen (BMWSB) ha­ben ein So­fort­pro­gramm für den Ge­bäu­de­sek­tor vor­ge­legt: https://www.ti­nyurl.com/bdzfs6wv
Wichtige Steuertermine
Lohn­steu­er, Um­satz­steu­er, Ein­kom­men­steu­er, Körperschaftsteuer
10.08.2022 (15.08.2022)
Fällig­keit der Beiträge zur So­zial­ver­si­che­rung:
25.08.2022 (Bei­trags­nach­weis)
29.08.2022 (Bei­trags­zah­lung)
Zur Wah­rung der Frist muss der Bei­trags­nach­weis am Vor­tag bis spätes­tens 24.00 Uhr ein­ge­reicht sein.
*En­de der Schon­frist bei Zah­lung durch Über­wei­sung in Klam­mern.

Treten Sie mit uns in Kontakt:

+49 (0)2831 13400 0

+49 (0)2831 13400 53

E-Mail schreiben

Steger & Minten
Steuerberater PartGmbB

Am Nierspark 7
47608 Geldern

Telefon +49 (0)2831 13400 0
Telefax +49 (0)2831 13400 53
E-Mail info@stb-nierspark.de

Zum Routenplaner ...

Besuchen Sie uns bei Xing    
Besuchen Sie uns bei Facebook    
Login Kanzleitresor   
Newsletter-Anmeldung