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Informationsbrief Steuern und Recht

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Ausgabe Mai 2022
Für Unternehmer
Der Bund un­ter­stützt Un­ter­neh­men wei­ter in der Co­ro­na-Pan­de­mie. Die Wirt­schafts­hil­fen wer­den bis En­de Ju­ni 2022 ver­län­gert. Auch die Neu­start­hil­fe für So­lo­selbst­stän­di­ge und Här­te­fall­hil­fen wer­den fort­ge­führt. Mit der Über­brü­ckungs­hil­fe IV er­hal­ten Un­ter­neh­men auch wei­ter­hin ei­ne um­fas­sen­de Un­ter­stüt­zung.
Fix­kos­te­n­er­stat­tung und di­rek­te Zu­schüs­se Über die Über­brü­ckungs­hil­fe IV er­hal­ten Un­ter­neh­men wei­ter­hin ei­ne an­tei­li­ge Er­stat­tung von Fix­kos­ten.
Zu­sätz­lich er­hal­ten Un­ter­neh­men, die durch die Fol­gen der Co­ro­na-Pan­de­mie be­son­ders schwer be­trof­fen sind, ei­nen Ei­gen­ka­pi­tal­zu­schuss.
Mit der „Neu­start­hil­fe 2022 Zwei­tes Quar­tal“ kön­nen So­lo­selbst­stän­di­ge bis En­de Ju­ni 2022 wei­ter­hin pro Mo­nat bis zu 1.500 EUR an di­rek­ten Zu­schüs­sen er­hal­ten, ins­ge­s­amt für den ver­län­ger­ten För­der­zei­traum April bis Ju­ni 2022 al­so bis zu 4.500 EUR.
Mehr zur Ver­län­ge­rung der Co­ro­na-Wirt­schafts­hil­fen le­sen Sie in ei­ner ge­mein­sa­men Pres­se­mit­tei­lung des Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­ums und des Bun­des­fi­nanz­mi­nis­te­ri­ums:
https://www.ti­nyurl.com/ccc­du­d9k
Die Zu­gangs­vor­aus­set­zun­gen zum Kurz­ar­bei­ter­geld blei­ben bis zum 30. Ju­ni 2022 her­ab­ge­setzt. Der Bun­des­rat hat die Ver­län­ge­rung der Co­ro­na-be­ding­ten Son­der­re­ge­lun­gen ge­bil­ligt, da es für man­che Bran­chen nicht aus­zu­sch­lie­ßen ist, dass es auch wei­ter­hin zu pan­de­miebe­ding­ten Ein­schrän­kun­gen kom­men kann. Da­mit gel­ten fol­gen­de Re­ge­lun­gen bis En­de Ju­ni fort:
· Die Vor­aus­set­zun­gen für den Zu­gang zum Kurz­ar­bei­ter­geld blei­ben her­ab­ge­setzt.
· Auf den Auf­bau von Mi­nus­stun­den wird ver­zich­tet.
· Ein­kom­men aus wäh­rend der Kurz­ar­beit auf­ge­nom­me­nen Mi­ni­jobs wird nicht auf das Kurz­ar­bei­ter­geld an­ge­rech­net.
· Ab dem vier­ten be­zie­hungs­wei­se sieb­ten Be­zugs­mo­nat gel­ten er­höh­te Leis­tungs­sät­ze.
Mit dem Ge­setz wird die ma­xi­ma­le Be­zugs­dau­er für das Kurz­ar­bei­ter­geld be­fris­tet bis zum 30. Ju­ni 2022 von 24 auf 28 Mo­na­te ver­län­gert.
Auch die Ein­be­zie­hung der Leih­ar­beit­neh­me­rin­nen und Leih­ar­beit­neh­mer in das Kurz­ar­bei­ter­geld wur­de mit dem In­fek­ti­ons­schutz­ge­setz bis zum 30. Ju­ni 2022 ver­län­gert. Auf­grund der Aus­wir­kun­gen des Ukrai­ne-Krie­ges auf die Lie­fer­ket­ten, ins­be­son­de­re in der Au­to­mo­bil­in­du­s­trie und die ho­he Zahl der dort be­schäf­tig­ten Leih­ar­beit­neh­me­rin­nen und Leih­ar­beit­neh­mer, hat die Bun­des­re­gie­rung die Re­ge­lung ver­län­gert.
Ne­ben den Re­ge­lun­gen zum Kurz­ar­bei­ter­geld wer­den auch die Akut­hil­fen für pf­le­gen­de An­ge­hö­ri­ge so­wie ei­ni­ge Re­ge­lun­gen zur Pf­le­ge­zeit und Fa­mi­li­enpf­le­ge­zeit bis zum 30. Ju­ni 2022 ver­län­gert.
Nicht al­le Maß­nah­men ver­län­gert We­gen der Ver­bes­se­run­gen auf dem Ar­beits­markt wur­den nicht al­le Son­der­re­ge­lun­gen ver­län­gert. Die Er­stat­tung der So­zial­ver­si­che­rungs­bei­trä­ge lief zum 31. März 2022 aus.
Qu­el­le: bmas.de (https://www.ti­nyurl.com/5f8jfk­mu)
Das Bun­des­ka­bi­nett hat am 30. März 2022 ei­nen Ge­setz­ent­wurf zur Än­de­rung der Ab­ga­ben­ord­nung be­sch­los­sen. Da­mit wird ab 1. Ja­nuar 2019 für al­le of­fe­nen Fäl­le ei­ne rück­wir­ken­de Neu­re­ge­lung des Zins­sat­zes für Nach­zah­lungs- und Er­stat­tungs­zin­sen ge­trof­fen.
Der Ge­setz­ent­wurf senkt den Zins­satz für Nach­zah­lungs- und Er­stat­tungs­zin­sen rück­wir­kend ab dem 1. Ja­nuar 2019 auf 0,15 % pro Mo­nat (= 1,8 % pro Jahr). Die An­ge­mes­sen­heit die­ses Zins­sat­zes soll un­ter Be­rück­sichti­gung der Ent­wick­lung des Ba­sis­zins­sat­zes min­des­tens al­le drei Jah­re mit Wir­kung für nach­fol­gen­de Ver­zin­s­ungs­zei­träu­me eva­lu­iert wer­den.
Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat­te ent­schie­den, dass die bis­he­ri­ge Ver­zin­s­ung von Steu­er­nach­for­de­run­gen wie auch Steue­r­er­stat­tun­gen mit 6 % jähr­lich ab dem Jahr 2014 ver­fas­sungs­wid­rig ist und die Ge­setz­ge­bung verpf­lich­tet, für ab in das Jahr 2019 fal­len­de Ver­zin­s­ungs­zei­träu­me bis zum 31. Ju­li 2022 ei­ne ver­fas­sungs­ge­mä­ße Neu­re­ge­lung zu tref­fen. Sie gilt für al­le Steu­ern, auf die die Voll­ver­zin­s­ung an­zu­wen­den ist.
Der Er­lass von Nach­zah­lungs­zin­sen bei vor Fäl­lig­keit frei­wil­lig ge­leis­te­ten Zah­lun­gen wird im Ge­setz ver­an­kert und da­mit auch auf die von Kom­mu­nen ver­wal­te­te Ge­wer­be­steu­er er­st­reckt.
Qu­el­le: BMF
Für Bauherren und Vermieter
Im Rah­men des Kli­ma­­schut­z­­pro­gram­mes 2030 hat die Bun­des­re­gie­rung die För­de­rung für en­er­gie­ef­fi­zi­en­te Ge­bäu­de wei­ter­ent­wi­ckelt. Die „Bun­des­för­de­rung für ef­fi­zi­en­te Ge­bäu­de (BEG)“ bei der KfW gilt - für al­le Wohn­ge­bäu­de, z. B.
- für Ei­gen­tums­woh­nun­gen, Ein- und Mehr­fa­mi­li­en­häu­ser oder Wohn­hei­me
- für al­le Nicht­wohn­ge­bäu­de, z. B. für Ge­wer­be­ge­bäu­de, kom­mu­na­le Ge­bäu­de oder Kran­ken­häu­ser
Ab so­fort kön­nen Sie im Rah­men der Neu­bau­för­de­rung wie­der An­trä­ge für die Ef­fi­zi­enz­haus (Ef­fi­zi­enz­ge­bäu­de)-Stu­fe 40 mit Nach­hal­ti­g­keits-Klas­se stel­len. Vor­aus­set­zung hier­für ist das Qua­li­täts­sie­gel "Nach­hal­ti­ges Ge­bäu­de".
Ach­tung:
Bit­te stel­len Sie kei­ne An­trä­ge mehr für die Er­neu­er­ba­re-En­er­gi­en-Klas­se! We­gen der enorm ho­hen Nach­fra­ge sind die För­der­mit­tel für die Ef­fi­zi­enz­haus (Ef­fi­zi­enz-ge­bäu­de)-Stu­fen 40 mit Er­neu­er­ba­re-En­er­gi­en-Klas­se und 40 Plus be­reits kom­p­lett aus­ge­sc­höpft. Be­reits zu­ge­sag­te An­trä­ge sind nicht be­trof­fen.
Qu­el­le: KfW (https://www.ti­nyurl.com/4x72xz­m7)
Das Fi­nanz­ge­richt Müns­ter hat ent­schie­den, dass für die Rest­nut­zungs­dau­er ei­nes Ge­bäu­des nach der Wer­t­er­mitt­lungs­ver­ord­nung, die im Rah­men ei­nes Wert­gu­t­ach­tens be­stimmt wur­de, die Be­rech­nung des steu­er­li­chen AfA-Sat­zes zu­grun­de ge­legt wer­den kann.
Der Klä­ger er­warb 2011 im Rah­men ei­nes Zwangs­ver­s­tei­ge­rungs­ver­fah­rens ein Grund­stück mit ei­nem im Jahr 1955 er­rich­te­ten Ge­bäu­de, das er seit­dem zur Er­zie­lung von Miet­ein­künf­ten nutz­te. Das Amts­ge­richt hat­te im Zwangs­ver­s­tei­ge­rungs­ver­fah­ren ein Sach­ver­stän­di­gen­gu­t­ach­ten zur Er­mitt­lung des Grund­stücks­werts in Auf­trag ge­ge­ben. Der öf­f­ent­lich be­s­tell­te und ve­r­ei­dig­te Sach­ver­stän­di­ge mach­te da­rin An­ga­ben zum Mo­der­ni­sie­rungs­stand und zu er­for­der­li­chen In­stand­set­zungs­ar­bei­ten und kam da­nach zu ei­nem fik­ti­ven Bau­jahr von 1960 und zu ei­ner Rest­nut­zungs­dau­er des Ge­bäu­des von 30 Jah­ren. Dem Gu­t­ach­ten leg­te er die Re­ge­lun­gen der zum Stich­tag gül­ti­gen Wer­t­er­mitt­lungs­ver­ord­nung (WertV) zu­grun­de.
Der Klä­ger mach­te in sei­nen Ein­kom­men­steu­erer­klär­un­gen ei­ne jähr­li­che AfA des Ge­bäu­des von 3,33 % als Wer­bungs­kos­ten aus Ver­mie­tung und Ver­pach­tung gel­tend. Das Fi­nanz­amt be­rück­sich­tig­te dem­ge­gen­über le­dig­lich ei­nen AfA-Satz von 2 %. Die Er­mitt­lung der Rest­nut­zungs­dau­er im Sin­ne der WertV sei auf die steu­er­recht­li­che Rest­nut­zungs­dau­er nicht über­trag­bar, da sie nicht im Zu­sam­men­hang mit der ge­setz­li­chen Ty­pi­sie­rung der AfA-Re­ge­lung ste­he.
Das FG Müns­ter hat der Kla­ge statt­ge­ge­ben. Grund­sätz­lich sei ein Ge­bäu­de zwar nach fes­ten AfA-Sät­zen (im St­reit­fall 2 % pro Jahr) ab­zu­sch­rei­ben, bei ei­ner tat­säch­lich kür­ze­ren Nut­zungs­dau­er als 50 Jah­re kön­ne aber nach Wahl der steu­erpf­lich­ti­gen Per­son von höhe­ren Sät­zen aus­ge­gan­gen wer­den. Es kön­ne sich je­der Dar­le­gungs­me­tho­de be­di­ent wer­den, die im Ein­zel­fall ge­eig­net er­schei­ne und ein Bau­sub­stanz­gu­t­ach­ten sei da­zu nicht er­for­der­lich.
Qu­el­le: FG Müns­ter
Landwirtschaft
Das BMF hat die ertragsteuerrechtliche Behandlung von Biogasanlagen und der Energieerzeugung aus Biogas neu geregelt. In seinen Ausführungen geht das Bundesfinanzministerium u. a. auf folgende Themen ein:
Die Erzeugung von Biogas ist Teil der land- und forstwirtschaftlichen Urproduktion, wenn die Biomasse überwiegend im eigenen Betrieb erzeugt wird und das Biogas oder die daraus erzeugte Energie (Strom, Wärme) überwiegend im eigenen Betrieb verwendet wird.
Die zu einer Biogasanlage gehörigen Wirtschaftsgüter sind unselbständige Bestandteile der als einheitlich bewertbares Wirtschaftsgut anzusehenden Biogasanlage und daher einheitlich mit dieser abzuschreiben.
Die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer einer Biogasanlage beträgt nach der amtlichen AfATabelle „Landwirtschaft und Tierzucht“ 16 Jahre.
Die im Zusammenhang mit dem Betrieb einer Biogasanlage genutzten Wirtschaftsgüter, die auch alleine nutzbar wären (z. B. Gebäude, Hof- und Platzbefestigung, Zuwege, Fuhrwerkswaage), sind demgegenüber als selbständige Wirtschaftsgüter zu behandeln, soweit sie selbständig bewertbar sind.
Ein mit einer Biogasanlage betriebenes Blockheizkraftwerk stellt ein selbständig bewertbares Wirtschaftsgut dar. Die für den Betrieb notwendige Technik und der Motor sind regelmäßig unselbständige Bestandteile des Blockheizkraftwerkes. Die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer eines Blockheizkraftwerkes beträgt nach der amtlichen AfA-Tabelle für die allgemein verwendbaren Anlagegüter 10 Jahre.
Zum Umlaufvermögen gehört als unfertiges Erzeugnis „Biogas“ auch der Inhalt im Fermenter und im Nachgärer. Das unfertige Erzeugnis ist mit den bis zum Bilanzstichtag angefallenen Herstellungskosten nach R 6.3 EStR 2012 zu bewerten. Hierzu gehören insbesondere die Anschaffungskosten der Biomasse oder Substrate (z. B. Maissilage und Gülle), die erforderlich sind, um den Fermenter auf das erforderliche Maß zu füllen.
Die Regelungen gelten für Wirtschaftsjahre, die nach der Veröffentlichung der Einkommensteuer-Änderungs-richtlinien am 25. März 2013 beginnen. Für Wirtschaftsjahre die nach dem 25. März 2013 und vor dem 31. Dezember 2018 beginnen, sind die Regelungen des BMF-Schreibens vom 6. März 2006 (BStBl I S. 248) wahlweise weiterhin anzuwenden.
Hier der Shortlink zum Schreiben: https://www.tinyurl.com/4eab6ybk
Quelle: BMF, 11.04.2022
Einkommensteuer und persönliche Vorsorge
Wenn nicht mit­ein­an­der ver­hei­ra­te­te El­tern zu­sam­men mit ih­rem min­der­jäh­ri­gen Kind in ei­nem ge­mein­sa­men Haus­halt le­ben, kön­nen die kind­be­ding­ten Frei­be­trä­ge selbst dann nicht auf ei­nen El­tern­teil über­tra­gen wer­den, wenn die El­tern dies ge­mein­sam be­an­tra­gen.
Die Klä­ge­rin (Mut­ter) leb­te mit dem Va­ter ih­rer bei­den Kin­der in ei­ner nicht­e­he­li­chen Le­bens­ge­mein­schaft in ei­nem ge­mein­sa­men Haus­halt. Die Klä­ge­rin er­ziel­te Ein­künf­te aus nicht­selbst­stän­di­ger Ar­beit so­wie aus Ver­mie­tung und Ver­pach­tung (Ge­samt­be­trag der Ein­künf­te zwi­schen 72.000 EUR und 77.000 EUR). Der Kin­des­va­ter be­leg­te ne­ga­ti­ve Ein­künf­te aus Ge­wer­be­be­trieb und Ein­künf­ten aus nicht­selbst­stän­di­ger Ar­beit und er­ziel­te Ein­künf­te von rund 10.000 EUR. Das Fi­nanz­amt be­rück­sich­tig­te in den Ein­kom­men­steu­er­be­schei­den nur je­weils die auf die Klä­ge­rin ent­fal­len­den Kin­der­f­rei­be­trä­ge und Frei­be­trä­ge für den Be­t­reu­ungs- und Er­zie­hungs- oder Aus­bil­dungs­be­darf.
Ge­gen die Be­schei­de er­hob die Klä­ge­rin Ein­spruch und be­an­trag­te, dass die kind­be­ding­ten Frei­be­trä­ge vom Va­ter der Kin­der auf sie über­tra­gen wer­den. Das Fi­nanz­amt lehn­te dies ab.
Der Kin­der­f­rei­be­trag kann auf An­trag ei­nes El­tern­teils auf ihn über­tra­gen wer­den, wenn er, nicht je­doch der an­de­re El­tern­teil, sei­ner Un­ter­haltspf­licht ge­gen­über dem Kind im We­sent­li­chen nach­kommt. Der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) hat ent­schie­den, dass der Kin­des­va­ter sei­ner Un­ter­halts­verpf­lich­tung durch Über­nah­me der Pf­le­ge und Er­zie­hung der Kin­der in vol­lem Um­fang nach­ge­kom­men ist. Selbst wenn der Kin­des­va­ter in ma­te­ri­el­ler Hin­sicht nicht un­ter­haltspf­lich­tig ge­we­sen sein soll­te, hat er ge­gen­über den Kin­dern sei­nen Be­t­reu­ungs­un­ter­halt ge­leis­tet. Be­t­reu­ungs­un­ter­halt und Bar­un­ter­halt sind gleich­wer­tig, so­dass der Kin­des­va­ter sei­ner Un­ter­halts­verpf­lich­tung durch Über­nah­me der Pf­le­ge und Er­zie­hung der Kin­der in vol­lem Um­fang nach­ge­kom­men ist.
Ei­ne Über­tra­gung der kind­be­ding­ten Frei­be­trä­ge schei­det so­mit aus.
Qu­el­le: BFH, Ur­teil v. 15.12.2021, III R 24/20, ver­öf­f­ent­licht am 31.3.2022
Ein Ab­zug von Auf­wen­dun­gen für ein häus­li­ches Ar­beits­zim­mer setzt nicht vor­aus, dass das Ar­beits­zim­mer für die Tä­tig­keit des Steu­erpf­lich­ti­gen er­for­der­lich ist. Wird der Raum aus­sch­ließ­lich oder na­he­zu aus­sch­ließ­lich für be­trieb­li­che/be­ruf­li­che Zwe­cke ge­nutzt, ge­nügt das für den Ab­zug.
Ei­ne Ste­war­dess (Flug­be­g­lei­te­rin) und ihr Ehe­mann sind Ei­gen­tü­mer ei­nes Ein­fa­mi­li­en­hau­ses. Die Frau mach­te für 2013 Auf­wen­dun­gen von 1.250 EUR für ein Ar­beits­zim­mer (13,5 qm) als Wer­bungs­kos­ten gel­tend. Für ih­re Ar­bei­ten stand ihr kein an­de­rer Ar­beits­platz zur Ver­fü­gung, da sie in den Flug­zeu­gen kei­ne Mög­lich­keit ha­be, sich auf die Flü­ge vor­zu­be­rei­ten (Di­enst­plä­ne, Zoll­be­stim­mun­gen, Rou­ten­ver­lauf, Si­cher­heits­vor­keh­run­gen usw.), und nach der An­kunft am Flug­ha­fen feh­le die Zeit, sich um die Vor­be­rei­tun­gen zu küm­mern.
Das Fi­nanz­amt (FA) und das Fi­nanz­ge­richt (FG) lehn­ten den Wer­bungs­kos­ten­ab­zug we­gen des ge­rin­gen An­teils die­ser Ar­bei­ten im Ver­hält­nis zur Ge­samt­ar­beits­zeit ab. Die­se Ar­bei­ten (rund 50 Stun­den im Jahr) kön­nen eben­so an ei­nem Tisch in ei­nem an­de­ren Raum des Hau­ses er­le­digt wer­den.
Der Ge­setz­ge­ber ty­pi­siert al­ler­dings die Ab­zugs­vor­aus­set­zun­gen mit zwei Fall­grup­pen: kein an­de­rer Ar­beits­platz, Mit­tel­punkt der Be­tä­ti­gung. Die Er­for­der­lich­keit des Ar­beits­zim­mers ist so­mit kei­ne Ab­zugs­vor­aus­set­zung.
Der BFH hob das FG-Ur­teil auf und ver­wies den Fall an das FG zu­rück. Das FG hat noch fest­zu­s­tel­len, ob der Raum tat­säch­lich (na­he­zu) aus­sch­ließ­lich zur Ein­künf­te­er­zie­lung ge­nutzt wur­de. Bei ge­misch­ter Nut­zung (pri­va­te (Mit-)Nut­zung) wä­re ein Ab­zug als Wer­bungs­kos­ten aus­ge­sch­los­sen.
Qu­el­le: BFH, Ur­teil v. 3.4.2019, VI R 46/17, ver­öf­f­ent­licht am 24.3.2022
Für Sparer und Kapitalanleger
Mit Ur­teil vom 13. Ja­nuar 2022 (Az. 3 K 2991/19 E) hat der 3. Se­nat des Fi­nanz­ge­richts Müns­ter ent­schie­den, dass wenn ein Ver­brau­cher-Dar­le­hens­ver­trag we­gen feh­len­der Be­leh­rung wi­der­ru­fen wird, ein für be­reits er­brach­te Zins- und Til­gungs­leis­tun­gen von der Bank an den Dar­le­hens­neh­mer ge­zahl­ter Nut­zungs­er­satz bei die­sem zu Ka­pi­ta­l­er­trä­gen führt.
Die Klä­ger nah­men im Jahr 2004 ein Woh­nungsbau­dar­le­hen bei ei­ner Bank auf. Sie er­brach­ten zehn Jah­re lang Zins- und Til­gungs­leis­tun­gen in Höhe von ins­ge­s­amt ca. 110.000 EUR. Der Dar­le­hens­ver­trag wur­de im Jahr 2015 von den Klä­gern un­ter Ver­weis auf ei­ne feh­ler­haf­te Wi­der­rufs­be­leh­rung wi­der­ru­fen. Sie ver­klag­ten die Bank auf Zah­lung ei­nes Be­tra­ges in Höhe von ca. 77.000 EUR, den sie aus der Dif­fe­renz zwi­schen der an die Bank ge­leis­te­ten Zah­lun­gen und des Rück­zah­lungs­an­spruchs, je­weils zu­züg­lich Zin­sen, er­rech­ne­ten. Vor dem Ober­lan­des­ge­richt wur­de ein Ver­g­leich ge­sch­los­sen.
Die Bank verpf­lich­te­te sich, an die Klä­ger als Ent­schä­d­i­gung für die Nut­zung der Zins- und Til­gungs­leis­tun­gen ei­nen Be­trag von 15.000 EUR ab­züg­lich et­wa an­fal­len­der Ka­pi­ta­l­er­trag­steu­er zu zah­len. Die Bank un­ter­warf den Be­trag dem Ka­pi­taler­trag­steu­er­ab­zug und zahl­te le­dig­lich die Dif­fe­renz an die Klä­ger aus. Die Klä­ger ga­ben im Rah­men ih­rer Ein­kom­men­steue­r­er­klär­ung an, dass es sich hier­bei nicht um Ka­pi­ta­l­er­trä­ge, son­dern um die Rück­zah­lung von Zin­sen und Til­gun­gen han­de­le. Die Klä­ger hät­ten au­ßer­dem ins­ge­s­amt kei­nen Über­schuss er­wirt­schaf­tet, son­dern im Er­geb­nis le­dig­lich ge­rin­ge­re Zin­sen ge­zahlt.
Dem folg­te das Fi­nanz­amt nicht und be­han­del­te die 15.000 EUR als Ka­pi­ta­l­ein­nah­men. Die Kla­ge vor dem FG Müns­ter hier­ge­gen blieb oh­ne Er­folg. Der Se­nat hat we­gen grund­sätz­li­cher Be­deu­tung die Re­vi­si­on zum Bun­des­fi­nanz­hof zu­ge­las­sen.
Qu­el­le: FG Müns­ter, Ur­teil v. 13.1.2022, 3 K 2991/19 E
Lesezeichen
Steu­er­li­che Maß­nah­men zur Un­ter­stüt­zung der vom Krieg in der Ukrai­ne Ge­schä­d­ig­ten Das Bun­des­mi­nis­te­ri­um der Fi­nan­zen (BMF) hat steu­er­lich er­leich­tern­de Re­ge­lun­gen ge­trof­fen, die der An­er­ken­nung des ge­samt­ge­sell­schaft­li­chen En­ga­gements bei der Hil­fe für Flücht­lin­ge die­nen: https://www.ti­nyurl.com/yc2x6erc
Wichtige Steuertermine
Lohn­steu­er, Um­satz­steu­er, Ein­kom­men­steu­er
10.05.2022 (13.05.2022)
Gewerbe­steu­er, Grundsteu­er
16.05.2022 (19.05.2022)
Fällig­keit der Beiträge zur So­zial­ver­si­che­rung:
24.05.2022 (Bei­trags­nach­weis)
27.05.2022 (Bei­trags­zah­lung)
Zur Wah­rung der Frist muss der Bei­trags­nach­weis am Vor­tag bis spätes­tens 24.00 Uhr ein­ge­reicht sein.
*En­de der Schon­frist bei Zah­lung durch Über­wei­sung in Klam­mern.

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